• Josef Heimes

Corona Hack - Nasenatmung als unsere erste Verteidigungslinie gegen Corona und andere Viren?

Aktualisiert: Apr 17

Du willst dich gegen COVID-19 und andere Viruserkrankungen des Atemsystems schützen? Deine erste Verteidigungslinie könnte dabei die Nasenatmung sein. Lass uns gemeinsam schauen, was der "König der Atmung", Patrick McKeown, hierzu sagt (1). Vorher lernst du aber noch kurz, was dein Atemsystem mit einem auf dem Kopf stehenden Weintrauben-Baum zu tun hat. Klingt strange? Egal, so merkst du es dir auf jeden Fall, also let's go :)


Stell dir vor du läufst durch den Wald und auf einmal steht da ein Baum. Wow, ein Baum im Wald, chapeau. Aber dieser Baum ist tatsächlich wow, denn er steht auf dem Kopf: Der Baum hat einen dicken Stamm, der in 10 Metern Höhe beginnt. Der Stamm teilt sich nach 5 Metern in zwei dicke Äste auf. Der dicke rechte Ast teilt sich in drei kleinere Äste auf und der dicke linke Ast in zwei kleinere Äste. Diese Äste verzweigen sich nun immer weiter bis zu klitzekleinen dünnen Ästchen. Und was siehst du an diesen Ästchen? Handelsübliche Blätter? Nein, an diesen Ästchen hängen ca. 300 - 400 Millionen Weintrauben. Die coolen roten Weintrauben natürlich, kernlos, Premium-Qualität.


Du besitzt genau so einen auf den Kopf stehenden Weintrauben-Baum in deinem Körper - es ist dein Atemsystem. Der Stamm ist deine Luftröhre, die dicken und dünnen Äste sind deine Bronchien und an den klitzekleinen Ästchen, den Alveolargängen, hängen deine 300 - 400 Millionen Weintrauben, die Alveolen (Lungenbläschen). Diese kümmern sich um den Gasaustausch: Sauerstoff ins Blut, Kohlenstoffdioxid raus - ganz einfach. Da du dein Atemsystem jetzt kennst, lass uns doch mal hören, was Patrick McKeown zu den potentiellen positiven Effekten der Nasenatmung in Bezug auf Coronaviren zu sagen hat - es lohnt sich.


Wie du schon mitbekommen hast, diktiert der Coronavirus aktuell unser komplettes Leben. Jedoch ist dies nicht das erste Mal, dass eine neue Atemwegserkrankung aufkommt. Das Gute daran ist, dass es somit bereits viel relevante Forschung gibt. Wissenschaftler haben schon früher auf die Bedeutung der Nasenatmung zur Verhinderung der Ausbreitung von Infektionen hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass dort, wo manche Gesichtsmasken versagen, die Nase einen natürlichen Filter für gefährliche Krankheitserreger darstellen kann. Es ist relativ offensichtlich, dass die Nase die Luft auf ihrem Weg in den Körper filtert, erwärmt und befeuchtet, während die Atmung durch den Mund dies nicht tut (2) (3). Die wahre Wunderwaffe der Nase ist in diesem Fall aber eine andere: Stickstoffmonoxid (NO).


Stickstoffmonoxid wird in den Nasennebenhöhlen produziert. Beim Einatmen durch die Nase folgt das Stickstoffmonoxid dann dem Luftstrom zu den unteren Atemwegen und der Lunge (3). Das bedeutet, dass du dir durch die Atmung durch die Nase verschiedene Eigenschaften von Stickstoffmonoxid zunutze machen kannst, einschließlich seiner abtötenden Wirkung gegen Krankheitserregern (4).


In Studien aus den Jahren 2005 und 2009 wird berichtet, dass Stickstoffmonoxid die Vermehrung des SARS Coronavirus speziell in frühen Infektionsstadien hemmt und somit eine antivirale Wirkung hat (5) (6).


Im Vergleich zu einer "normalen" Influenza-Grippe hat COVID-19 leider eine sehr hohe Viruslast und dieses neue Virus greift einen sehr spezifischen Zelltyp an, die Typ-2-Pneumozyten (7). Typ-2-Pneumozyten sind für die Produktion und Sekretion eines Moleküls namens Surfactant verantwortlich, das die Oberflächenspannung der Flüssigkeit in der Lunge verringert und zu den elastischen Eigenschaften der Lungenbläschen beiträgt. Es erleichtert den Sauerstofftransport ins Blut und verhindert den Kollaps der Lunge und Ödeme (8). Wenn diese Funktion beeinträchtigt ist, wird dir bestimmt langsam klar, warum das Coronavirus selbst für einen jungen, gesunden Menschen gefährlich sein kann und warum es Schäden an Organen, einschließlich des Herzens, verursachen kann.


Aber rate mal, welches Gas die Surfactant-Produktion steuert und dessen Funktion erhält? Richtig, Stickstoffmonoxid (9).


Fazit: Der Mechanismus von COVID-19 ist zwar noch überwiegend unbekannt und es wäre vermessen, zu behaupten, dass du das Virus mit der antiviralen und Surfactant-stimulierenden Funktion der Nasenatmung komplett zerstören kannst. Es ist jedoch durchweg erwiesen, dass die Nasenatmung zu einer besseren Gesamtgesundheit führt und dass die Atmung durch die Nase die natürliche Abwehr des Körpers gegen Infektionen unterstützen kann, da die primäre Abwehr gegen luftübertragene Viren in der Nase und nicht im Mund liegt. Also denk bitte immer dran: Die Nase ist zum Atmen da, der Mund zum Sprechen :) Ach und übrigens: Summen verstärkt die Stickstoffmonoxid-Bildung deutlich (10). Ihr könnt also einiges für eure Gesundheit tun, indem ihr einfach ein bisschen summt - ganz egal, ob das jetzt ein Lied aus den Charts, Freestyle-Rumgesumme oder ein Schützenfest-Musik-Klassiker ist. Ich empfehle "Toosie Slide" von Drake :)


In diesem Sinne - bleib fit und kümmert euch um euren Weintrauben-Baum

Josef :)



Quellen:

(1) https://buteykoclinic.com/corona-virus/

(2) Fried, R. (1988). The hypervantilation syndrome: research and clinical treatment. Journal of Neurology, Neurosurgey & Psychiatry, Vol. 51, Issue 12, S. 1600 - 1601.

(3) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8599744

(4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1745376/pdf/v054p00947.pdf

(5) https://jvi.asm.org/content/79/3/1966

(6) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19800091

(7) https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s11684-020-0754-0.pdf

(8) https://flexikon.doccheck.com/de/Surfactant

(9) http://www.biomed.cas.cz/physiolres/pdf/2017/66_S159.pdf

(10) https://erj.ersjournals.com/content/22/2/323

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